Das bedrohte Amazonien – Fakten & Daten

Wie der Regenwald und die Indigenen Völker der Rinderzucht, Soja und Palmölplantagen und Extraktivismus und Infrastrukturprojekten weichen.

Amazonien, der größte tropische Wald der Erde mit einer Fläche von fast 6 Millionen km^2, etwa 35% des südamerikanischen Kontinents, unzählige Ökosysteme, hunderte indigene Kulturen, höchste Biodiversitätsindexe des Planeten, und in den Urwaldriesen gespeicherter Kohlenstoff.

Es wird davon ausgegangen, dass von der gesamten Besiedlungsgeschichte des Amazonasgebiets bis zum Jahr 2000 bis zu 9,7% der Region abgeholzt worden waren und dass dieser Prozentsatz zwischen 2000 und 2013 auf 13,3% gestiegen ist:  37% Anstieg in 13 Jahren! Was aber sind die Auslöser für die hohen Entwaldungsraten der Region?

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Workshop in Bonn fördert den interdisziplinären Austausch zum Thema ‚Klimawandel und indigene Völker: Risiken, Auswirkungen und Resilienz‘

infoe

Am 26. September 2018 fand im Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn ein in Kooperation zwischen INFOE und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) organisierter Workshop zum Thema: Klimawandel und indigene Völker: Risiken, Auswirkungen und Resilienz statt. Inhaltlich koordiniert zwischen INFOE und dem DIE und in Zusammenarbeit mit dem ZEF und INRES, beschäftigte sich der Workshop mit den lokalen Erfahrungen und regionalen Strategien indigener und lokaler Gemeinschaften  im Umgang mit den Auswirkungen und den Risiken des Klimawandels.

Im Zusammenhang mit der Einrichtung der Plattform für lokale Gemeinschaften und indigene Völker (LCIPP) im Rahmen des Pariser Abkommens und dem kürzlich erfolgten Treffen des ‚Internationalen Warschau Mechanismus für Verlust und Schaden‘ der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) wurde die Frage diskutiert, wie lokales, traditionelles Wissen zur Steigerung der Resilienz von lokalen und indigenen Gemeinschaften beitragen kann und welche Rolle die Wissenschaft sowie die Entwicklungszusammenarbeit für die Förderung und Berücksichtigung dieses Wissens, dieser Anpassungs- und Schutzstrategien spielen kann und sollte.

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Ein Garant für Waldschutz

Territorien im Amazonas, die von der indigenen Bevölkerung kontrolliert werden, sind weniger von Abholzungen betroffen. Hier bilden die Regenwälder einen wertvollen Kohlenstoffspeicher und schützen aktiv das Klima.

Die Bedeutung der Existenz der indigenen Völker, für den Schutz der Wälder und somit für die Abschwächung des anthropogenen Klimawandels, lässt sich genauestens in Amazonien belegen:

Studien haben herausgefunden, dass es im Amazonasgebiet signifikante Unterschiede gibt zwischen der Entwaldung in den Indigenen Territorien, in den Naturschutzgebieten und den Wäldern außerhalb: 83% der gesamten Entwaldung zwischen 2000 bis 2015 ereigneten sich außerhalb der indigenen Gebiete und der Naturschutzgebiete.grafiken

Fotos: Regenwald des Amazonas. Von Bärbel Henneberger

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Lernlandschaft Klimagerechtigkeit

Das Projekt ecapio hat eine Online Lernlandschaft zum Thema „Klimagerechtigkeit“ erschaffen. Hier werden die vielfältigen Facetten des komplexen Themas erklärt.

Um Klimagerechtigkeit zu erklären, muss zuerst die Bedeutung von Klimaungerechtigkeit erklärt werden. Der aktuelle Klimawandel ist menschengemacht: Seit Beginn der Industrialisierung steigt die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre. Die Treibhausgase entstehen vor allem bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Kohle, Gas und Öl sowie in der industrialisierten Landwirtschaft. (Mehr im Themenbereich anthropogener Klimawandel in der Lernlandschaft) Die historischen Verursacher des aktuellen Klimawandels sind die Industrieländer des globalen Nordens. Die Treibhausgase und ihre langfristigen Folgen für das globale Klimasystem kennen jedoch keine Ländergrenzen.

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Auswirkungen des Klimawandels auf die indigene Bevölkerung in Sibirien

Die borealen Wälder in Russland spüren die Erwärmung der Atmosphäre. Waldökosysteme geraten durcheinander und damit auch die Lebensgrundlage- und weise der indigenen Bevölkerung. Dr. Rodion Sulyandziga erklärt wie sich der Klimawandel in seiner Heimatregion auswirkt & welche Maßnahmen die indigene Bevölkerung auf der UN-Klimakonferenz deshalb fordern.

 

Tschadsee in Gefahr

Im Süden der Sahara befinden sich einen Seenlandschaft. Doch die Klimakrise lässt sie austrocknen und beeinträchtigt das Leben der indigenen Bevölkerung.

Eines der Betroffenen Länder ist der Tschad. Es ist auch eines der ärmsten Länder der Welt. Seine Bevölkerung lebt primär von der Landwirtschaft und ist aufgrund seiner unterschiedlichen Landschaften auch kulturell voller Vielfalt. Die Menschen haben sich über Jahrtausenden an die teils extremen Bedingungen angepasst. Die indigene Bevölkerung der Peul zum Beispiel wandert jährlich mit ihren großen Viehherden, den afrikanischen Kühen, von Nord nach Süd und wieder zurück. Sie orientieren sich an Regen- und Dürrezeit.

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Doch mit dem Klimawandel steigen die Temperaturen, die Dürrezeit wird länger, der Regen weniger. Und die großen Seen trocknen aus. Die Fläche des Tschadsees schrumpfte seit 1963 um mehr als 90 %.

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Definition Klimagerechtigkeit

In der internationalen Bewegung für Klimaschutz wird oft das Wort „Climate Justice- Klimagerechtigkeit“ genutzt. Aber was bedeutet dieser Begriff?

Klimagerechtigkeit definiert, dass jeder Mensch das gleiche Recht hat, die Atmosphäre zu nutzen, ohne sie zu stark zu belasten. Die globale mittlere Temperatur darf nicht einen Wert überschreiten, der die Lebensbedingungen auf der Erde in Gefahr bringt. Klimaschutz wird somit zu einem Menschenrecht.

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Alternative Einnahmequellen der Indigenen Völker zum Schutz der Regenwälder

Mit Hilfe ihrer traditionell nachhaltigen Wirtschaftsweise kann die indigene Bevölkerung Amazoniens Einkommen und Waldschutz verbinden. Vereinigungen von indigenen Kleinbauern und weitere Initiativen versuchen dies zu Fördern.cacao

Die Entwaldung der Regenwälder Amazoniens, einer der größten Kohlenstoffspeicher der Erde, hat schwerwiegende Auswirkungen auf das globale Klima. Nur sieben Prozent Rodungen fand im Zeitraum von 2000 bis 2015 in indigenen Territorien stattfand.

Ein Blick auf die verschiedenen Wirtschaftssysteme im Amazonas kann dies erklären:

Auf der einen Seite die nationalen Regierungen und multinationalen Unternehmen, welche Mittel aus der Rohstoffförderung, extensiven Landwirtschaft, und Energiegewinnung beziehen. Dies sind Aktivitäten, die fast ausnahmslos mit starker Entwaldung einhergehen.
Auf der anderen Seite gibt es die indigene Bevölkerung, die von der Jagd, Sammel- und Subsistenzlandwirtschaft leben, mit einer sehr niedrigen Entwaldungsraten. Aber wirtschaftliche Bedürfnisse (z.B. für Medizin, Kleidung, Schulbücher etc) zwingen sie leider oft, ihre Territorien für Holzfäller, Viehzucht und Bergbau zu öffnen, um Einkommen zu generieren. Die Herausforderung ist hier, die Einkommen der indigenen Gemeinschaften im Amazonasgebiet zu erhöhen und gleichzeitig den Wald in ihren Territorien zu schützen.

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Auswirkungen des Anbaus von Palmöl in Indonesien

Palmöl ist in vielen alltäglichen Produkten zu finden, die in deutschen Supermärkten zu kaufen sind. Das billige Fett hat aber einen hohen ökologischen und sozialen Preis: Tropenwälder werden für die Plantagen abgeholzt und abgefackelt, mit verheerenden Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme und dem globalen Klima. Nils Hermann Ranum von der Regenwaldstiftung Norwegens (Rainforest Foundation Norway) erklärt in einem Interview genauer die negativen Auswirkungen von Palmöl und was wir dagegen tun können.

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