Großes Interesse an der Online-Podiumsdiskussion zum Krisenmanagement indigener Völker

Die Online Podiumsdiskussion zum Thema:

From being left behind to becoming agents of change in a global pandemic: The potential of indigenous peoples‘ knowledge in managing disasters

fand im Rahmen der Entwicklungspolitischen Diskussionstage statt, die dieses Jahr als Online-Event von der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Seminar für Ländliche Entwicklung (SLE) der Humboldt Universität zu Berlin ausgerichtet wurden. Indigenous Pressemitteilung-002Mehr als 280 Teilnehmende folgten der spannenden Diskussion mit den beiden Panelgästen, Joan Carling, Convener, Hauptgruppe „Indigene Völker“ zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung und Fiore Longo, Referentin für Forschung und Interessenvertretung, Survival International.

Das Team des SLE, das sich im Vorfeld bei der Auswahl des Themas und der Referent*innen eng mit INFOE koordinierte, moderierte die Paneldiskussion abwechslungsreich und dynamisch. Angesichts der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie beschäftigte sich die Diskussion damit, wie indigene Gemeinschaften von Bedrohungen und Krisen, wie dem Klimawandel, dem Verlust von Land und Ressourcen sowie der Covid 19-Pandemie betroffen sind. Ein weiterer Diskussionspunkt waren die Erfahrungen indigener Gemeinschaften mit der Bewältigung dieser Krisen und Schwierigkeiten und welche Rolle das traditionelle Wissen indigener Völker hierbei spielt. Im Vorfeld der Paneldiskussion wurden indigene Vertreter*innen vom SLE-Team interviewt zu ihren Vorstellungen von und ihrem Engagement für nachhaltige Entwicklung und einzelne SDG Themen, insbesondere auch angesichts aktueller Krisen wie der Covid-19-Pandemie.

Alle diejenigen, die die spannende Paneldiskussion verpasst haben, können sich die Aufzeichnung ansehen.

Rückblick auf die Online-Diskussion: ‚Indigenous Peoples and Climate Change‘

von Tanja Löbbecke, Praktikantin des INFOE und Studentin der Ethnologie an der LMU München

Die Online-Diskussion ‚Indigene und Klimawandel‘ fand am 17.6.2020 als Kooperationsveranstaltung zwischen dem Institut für Ethnologie der Universität zu Köln und INFOE statt. In dieser virtuellen Podiumsdiskussion konnten Masterstudierende des gleichnamigen Tutoriums sowie weitere Teilnehmer*innen Fragen an die zwei indigenen Vertreter*innen Pasang Dolma Sherpa aus Nepal und Rodion Sulyandziga aus Russland stellen.

Blauer Himmel über Shanghai, Delfine in den Kanälen Venedigs und auch in Deutschland eroberten immer mehr Wildtiere die Stadt während der Covid-19 Pandemie. Ein Weckruf, der zeigt, wie schnell schon etwas dafür getan werden könnte und müsste, damit es unserem Planeten und den Menschen, die auf ihm leben, besser geht. Doch nicht nur Positives ist in den letzten Monaten für die Umwelt passiert. So gab es in Russland eine Öl-Katastrophe, welche noch unvorhersehbare Folgen hat und als Teil der Umweltschädigung gesehen werden kann. (Siehe aktuelle Info auf www.infoe.de)

Von Letzterem berichtete Rodion Sulyandziga aus Russland, der mit seiner Kollegin und Co-Panelistin Pasang Dolma Sherpa die nationale Lage der Auswirkungen des Klimawandels in Russland und Nepal vorstellte. Die Beiden gingen auf die Integration Indigener und von indigenem Wissen in den Klimadiskurs ein, erläuterten die Rolle der Medien in diesem Zusammenhang und stellten Wege und Wünsche zu internationalen, ökologischen Gesetzen und Kollaborationen vor. Da beide unter anderem in UN-Organisationen zum Thema Klimawandel aktiv sind, waren ihre Einblicke vielfältig sowohl hinsichtlich der lokalen als auch der globalen Ebene.

(Fotos aus Video-Interviews mit den beiden Vertreter*innen)

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Indigene und Klimawandel

INFOE kooperiert in diesem Sommersemester mit dem Institut für Ethnologie der Universität zu Köln. Im Rahmen des Master-Tutoriums zum Thema ‚Indigene und Klimawandel‘ wird es

am 17.6.2020 von 17.45-19.15Uhr

eine Diskussion mit zwei indigenen VertreterInnen

geben: Pasang Dolma Sherpa aus Nepal und Rodion Sulyandziga aus Russland, die beide in UN-Organisationen zum Thema Klimawandel aktiv sind.

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Die Diskussion wird sich mit Fragen beschäftigen,

  • wie Indigene im (inter)nationalen Klimawandeldiskurs und in der Klimawandelpolitik repräsentiert sind,
  • wie EthnologInnen Indigene bei diesem Thema unterstützen können und welche Auswirkungen der Klimawandel bereits hat.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit eigene Fragen einzubringen. Die Diskussion ist offen für alle Interessierte und wird als Zoom-Konferenz stattfinden.

Interessierte melden sich bei Sarah Mund (smund4@uni-koeln.de) und erhalten dann den Einladungslink.

Die Zoom-Konferenz wird auf Englisch stattfinden.

Information in English can be found here:

http://ethnologie.uni-koeln.de/content.php?lang=en&kid=438

Rückblick zum Web-Seminar: Peru – Indigene Völker in Zeiten von Covid-19

Das Web-Seminar fand am 28.5.2020 als Kooperationsveranstaltung des Klima-Bündnis, INFOE,  Informationsstelle Peru mit indigenen Partner*innen aus Peru statt

„Die Diskussionsteilnehmer*innen stellten die insgesamt schwierige Situation für die Indigenen dar, die indigene Völker in ganz Amazonien und nicht nur Peru betrifft. In der gesamten Region sind viele Menschen krank, es gibt wenig staatliche Unterstützung und kaum medizinische Versorgung in den indigenen Gemeinden. In den Städten wie Lima, aber auch in den besonders vom Virus betroffenen Städten Iquitos und Pucallpa/Yarinacocha in Amazonien, sind Indigene gestrandet, die wegen des Ausnahmezustands nicht in ihre Gemeinden zurückkehren können. Der ungleiche Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen schließt indigene Gemeinschaften aus, was zur Folge hat, dass die indigene Bevölkerung unverhältnismäßig stark von dem Virus betroffen ist. Als solche offenbart die Pandemie weitere soziale, wirtschaftliche und politische Ungleichheiten, während die Erschöpfung der Ressourcen, wie z.B. die Abholzung der Wälder, ohne Anzeichen einer Verlangsamung weitergeht.

Diese Krise wirft ein grelles Licht auf die Korruption, die auf allen Regierungsebenen in diesem Land existiert. Es ist eine Schande, dass die Menschen, die uns beschützen sollten, die Situation zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Es zeigt, dass die zentrale Regierung nicht am Leben der Indigenen interessiert ist.” Jhenny Muñoz Hilares, Vertreter der Asháninka.

Aber es gibt auch einige positive Entwicklungen: Solidarität und Partnerschaften sind der Schlüssel im Kampf gegen das Virus. Es wird einmal mehr deutlich, dass die lokale Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten von großer Bedeutung ist, die zum Beispiel in der Asháninka-Gemeinde durch die Unterstützung der Stadt München gestärkt wurde. Die Klima-Partnerschaft der Stadt Köln mit Yarinacocha versucht ebenfalls, Hilfe zu organisieren. Darüber hinaus zeigen das traditionelle Wissen und die Verwendung von Heilpflanzen, wie Matico, erste Erfolge im Kampf gegen das Virus. Diese Art der Virusbekämpfung ist insbesondere für die Erkrankten ohne Zugang zu ärztlicher Versorgung von größter Bedeutung.“  Diese und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Klima-Bündnis.

Es gibt auch gemeinnützige, von indigenen RepräsentantInnen selbst gegründete und offiziell eingetragene Organisationen, wie AAIDA und Futuro Amazónico (FAMA) aus Loreto, die Spenden sammeln, um Hilfe an betroffene indigene Gemeinschaften weiterzuleiten. Informationen und einen Aufruf von Futuro Amazónico finden Sie hier im spanischen Original.

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Foto ©Daniel Manquiol Jiménez Huanán : Gestrandete Indigene in Iquitos

Weitere Informationen sowie Details zu den Spendenmöglichkeiten bei INFOE e.V. erhalten Sie von: elke@infoe.de

Online-Podiumsdiskussion: „From being left behind to becoming agents of change in a global pandemic“

Online-Podiumsdiskussion im Rahmen der Entwicklungspolitischen Diskussionstage

20. Mai 2020 von 9:30- 11:00Uhr

From being left behind to becoming agents of change in a global pandemic: The potential of indigenous peoples‘ knowledge in managing disasters

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Cover EPDT Flyer

Die Online Podiumsdiskussion findet im Rahmen der Entwicklungspolitischen Diskussionstage statt, die dieses Jahr als Online-Event von der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Seminar für Ländliche Entwicklung (SLE) der Humboldt Universität zu Berlin ausgerichtet werden.

Das Team des SLE koordinierte sich bei der Auswahl des Themas und in der Vorbereitung mit INFOE. Der Themenschwerpunkt in Zeiten der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie ist daher angelehnt an die Bildungsarbeit des INFOE zum Beitrag indigener Völker zu nachhaltiger Entwicklung und der Erreichung der SDGs und liegt auf den resilienten Kulturen und den Erfahrungen indigener Völker im Krisenmanagment.

„Seit Jahrhunderten haben sich indigene Gemeinschaften an negative äussere Einflüsse angepasst, die sich stark auf ihre Lebensgrundlagen auswirkten und immer noch auswirken. Sie sind daher Expert*innen für Wandel und Widerstandsfähigkeit. In dieser virtuellen Podiumsdiskussion werden wir mit Vertreter*innen indigener Gemeinschaften diskutieren, welche Strategien zur Krisenprävention und -bewältigung angemessen und erfolgreich sein könnten und wie die internationale Entwicklungszusammenarbeit wie auch nationale Regierungen solche Strategien umsetzen können, um Leben zu retten.“

Gäste der Online-Podiumsdiskussion sind:

  • Joan Carling, Convener, Hauptgruppe „Indigene Völker“ zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung
  • Fiore Longo, Referentin für Forschung und Interessenvertretung, Survival International
  • Jacqueline Begerow, Leiterin der Globalen Initiative Katastrophenrisikomanagement, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), tbc „

Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Notstand im Amazonasgebiet: Indigene von COVID-19 bedroht

Gemeinsame Pressemitteilung des INFOE, Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie, und des Klima-Bündnis

Frankfurt am Main, 21. April 2020. Der COVID-19-Virus stellt auch die indigenen Völker des Amazonasbeckens vor eine enorme Herausforderung. Nach den verheerenden Bränden im letzten Jahr erklärte die Partnerorganisation des Klima-Bündnis, der Dachverband der indigenen Völker des Amazonasbeckens (COICA), erneut den Notstand.

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Foto: Tereza Soria Gonzalez

„Die Situation ist wirklich sehr schwierig. Das Militär versagt bei den Kontrollen der Boote und Transporter. Auch die schleppend anlaufende Belieferung der Gemeinden mit Nahrungsmitteln und medizinischen Materialien geht ohne Schutzvorkehrungen vonstatten.“, sagt Lizardo Cauper, Präsident der peruanischen Vertretung indigener Völker, AIDESEP.

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Online-Workshop: Ein indigener Blick auf Wald und Waldnutzung

indigenerWald.max-1280x1280.format-jpegIm Rahmen des INFOE Projekts zum Beitrag indigener Völker und Gemeinschaften zu den SDGs hatten wir u. a. einen Workshop beim Ja!NUN Festival in Springe geplant. Dieser Workshop findet nun Online in Kooperation mit dem Ja!NUN Festival Team und dem BUNDJugend Niedersachsen am Samstag den 9. Mai 2020 von 10:00 bis 14:00Uhr statt.

Wer Interesse hat, kann sich hier anmelden.

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Wissen, Wald und Landrechte Indigener in der Corona-Krise

Überlegungen mit einem sorgenvollen Blick in die Zukunft von Richard Rubio, Kichwa und aktueller Vize-Präsident des indigenen Dachverbandes AIDESEP in Peru

Eine spirituelle Vision aus den Gemeinschaften.

Die indigenen Völker  und Gemeinschaften können sich nur vor den Pandemien retten, wenn  sie über Waldterritorien, Nahrung, Unterkunft, Zuflucht und kosmischen Schutz verfügen. Für kleine Gemeinden, die keine Territorien haben, wird es schwieriger werden, dies alles  zu überstehen.

Wenn der Coronavirus in die Gemeinschaften eindringt, werden diese verödet zurückbleiben. Nicht, weil die Bevölkerung ausgerottet werden würde, sondern weil diese in den Wald geflüchtet sein wird. Aber nicht alle Gemeinschaften werden diese Möglichkeit der Zuflucht haben, da nicht alle ein Territorium haben. Seit die Territorien der Gemeinden nach der Anzahl der Familien tituliert worden sind, sind viele Gebiete, die per Gesetz als frei verfügbar definiert wurden, von Dritten besetzt worden. Falls etwas übrigblieb, wurde es von Holzkonzessionären besetzt oder als permanente Produktionswälder (Bosques de Producción Permanente ) deklariert.

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Richard Rubio und Elke Falley-Rothkopf vor dem AIDESEP Büro, Foto: Dominikus Rothkopf

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Lehren aus dem nachhaltigen traditionellen Wasser-Management der Konso in Äthiopien

von Pedro Coña Caniullan

Die Anpassungsfähigkeit indigener Völker an die Umwelt und die Klimavariabilität lässt sich auf der ganzen Welt beobachten. Insbesondere dort, wo wir eine hohe Artenvielfalt und eine komplexe soziale Organisation vorfinden, sind es indigene Gemeinschaften, die ihre Kulturen in einem bemerkenswerten Gleichgewicht mit der Natur erhalten und weiterentwickeln. Diese Entwicklung drückt sich auch in einer umfassenden Pflege der verfügbaren natürlichen Ressourcen aus, die von gut strukturierten traditionellen Institutionen auf der Basis kultureller Werte, geleitet werden. Dies bedeutet, dass lokales Wissen, kollektives Handeln und Gewohnheitsgesetze für die Nachhaltigkeit von lokalem Ressourcenmanagement wesentlich sind. Dabei ist die Fähigkeit zur sozialen Organisation einer der wichtigsten Aspekte, um auf lange Sicht Nachhaltigkeit aufzubauen. Dies ist der Fall bei den indigenen Gemeinden der Konso, im südlichen Äthiopien. Aufgrund ihrer komplexen sozialen Organisation entwickelten sie lokale traditionelle Institutionen sowie komplizierte technische Konstruktionen, die seit mehr als 500 Jahren bestehen.

 

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Foto: MauritsV, Lizenz: CC BY-SA, via Wikimedia Commons: Terraces in Konso country (Ethiopia)

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Indigene Völker in der Corona-Krise

Indigene Völker sind unterschiedlich stark von der Corona-Pandemie betroffen, je nachdem in welchem Land bzw. welcher Region sie leben. Die schwierige Situation, in der sich die meisten indigenen Gemeinschaften befinden, sei es aufgrund von schlechter medizinischer Versorgung, von Landnahme oder Verletzungen ihrer Rechte wird in dieser Krisenzeit noch prekärer werden. Ihre unterschiedlichen Situationen jedoch rufen auch unterschiedliche Strategien zum Umgang mit der Krise und den jeweils auferlegten Maßnahmen hervor.

In Brasilien ziehen sich indigene Gemeinschaften in die freiwillige Isolation zurück, um sich vor der Pandemie zu schützen. Die brasilianische Indigenenpolitik unter Präsident Bolsonaro ist gekennzeichnet durch Menschenrechtsverletzungen, die Ausbeutung indigener Territorien und die drohende Aberkennung oder Aufhebung indigener Rechte und geschützter Gebiete. Hier ist keine Unterstützung für indigene Gemeinschaften in Zeiten der Corona-Krise zu erwarten. Im Gegenteil soll die staatliche Indigenenbehörde FUNAI erlassen haben, dass „freiwillig isoliert lebende indigene Völker aus Schutz vor der Pandemie“ kontaktiert werden dürfen, wie die GfbV in ihrem Artikel schreibt https://www.gfbv.de/de/news/covid-19-in-brasilien-9975/

Für Aborigines Gemeinschaften im australischen Outback bedeutet ihre abgelegene Lage zwar, dass sich das Virus nicht so schnell ausbreitet und ihnen noch etwas Zeit für Vorkehrungen bleibt. Jedoch heißt dies andererseits, dass die ohnehin schwierige medizinische Versorgung in den abgelegenen Gebieten noch prekärer wird und aufgrund der Unterversorgung in den Gemeinschaften mit einer höheren Sterblichkeitsrate zu rechnen ist. Lesen Sie mehr im Artikel des ‚Guardian‘ https://www.theguardian.com/world/2020/apr/02/vulnerable-indigenous-communities-work-to-mitigate-consequences-of-coronavirus

In Peru informiert CHIRAPAQ – das Zentrum für indigene Kulturen in Peru – über die Situation indigener Völker in dieser Corona-Krise. CHIRAPAQ beobachtet außerdem die Regierungsinstitutionen, die für die Bedürfnisse der indigenen Völker relevant sind und verfolgt die erlassenen Maßnahmen. Über einen ständigen Kontakt mit Verbündeten in verschiedenen Regionen, wird auch über jede Verletzung der Rechte indigener Völker informiert, die während dieser Gesundheitskrise auftreten. Lesen Sie mehr dazu auf der Seite von CHIRAPAQ http://chirapaq.org.pe/en/coronavirus-in-peru-new-measures-and-demands-in-the-interest-of-indigenous-peoples

Aus Thailand erreichte uns ein Bericht von PASD – Pgakenyaw (Karen) Association for Sustainable Development – über die aktuelle Situation in den Karen Gemeinschaften. Die Karen glauben, dass ungewöhnliche Praktiken bestimmte Arten von Missgeschicken verursachen können. Die weltweite Verbreitung von COVID-19 erfordert eine stärkere Solidarität zwischen Nationen in nah und fern.

Das Corona-Virus hat auch wirtschaftliche Auswirkungen auf die Karen Familien, deren Mitglieder in den Städten Geld verdienen mussten, um das Problem der Familienverschuldung zu lösen. In einer Reihe von Familien treten wirtschaftliche Spannungen auf, insbesondere wenn ihre Mitglieder regelmäßig ins Krankenhaus müssen, um Medikamente gegen langfristige und teure Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes zu erhalten.

Andererseits belebt die Krisensituation auch traditionelle Rituale zum Schutz der Gemeinschaft und Karen beziehen sich auf traditionelle Sprichwörter und Anweisungen zum selbständigen Lebensunterhalt mithilfe ökologischer Nahrungspflanzen aus der Rotationslandwirtschaft und der verwandtschaftsbezogenen Beziehungen in der Gemeinschaft.

Vom Institut Dayakologi auf Kalimantan erfahren wir von der Durchführung traditioneller schützender Rituale, um die Verbreitung von Covid-19 in den Dayak Gemeinden zu verhindern. Der Zweck der Rituale besteht u.a. darin, die Bedrohung aller Arten von Krankheiten, einschließlich der durch das Corona-Virus verursachten Krankheiten, für alle Bewohner*innen der indigenen Gemeinschaften von Kampung Segumon aufrechtzuerhalten und abzuwehren. Rituale sollen auch das Bewusstsein aller Bürger*innen stärken, um die Krankheiten zu vermeiden. Bei der Kalimantan Review finden Sie weitere Informationen https://kalimantanreview.com/tangkal-korona-masuk-kampung-dan-meluas-masyarakat-adat-komunitas-tampun-juah-di-ketemenggungan-sisang-kampung-segumon-gelar-ritual-adat-malis/