‚Frau Frosch und Frau Reh‘ und ‚Leben an Land‘ bei den Karen

Die Karen gehören zu den indigenen Völkern und leben in Thailand und Myanmar. In Thailand bilden sie die größte indigene Gemeinschaft des Landes und werden dort den sogenannten ‚Bergvölkern‘ (hill tribes) zugeordnet. Sie bestreiten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch den Anbau von Reis und einer Vielfalt an Gemüse. Der Anbau erfolgt in einem sensiblen, an das Ökosystem angepassten und klimaschonenden Rotationssystem (swidden cultivation oder swidden agriculture). Das bedeutet, dass bestimmte Waldstücke für den Anbau von Gemüse und Reis vorbereitet werden. Dann werden sie einige Jahre für die Pflanzungen genutzt, um sie dann für einige Jahre brach liegen, d.h. ausruhen zu lassen. Dann wird ein weiteres Waldstück behutsam abgeholzt und das andere Waldstück kann sich erholen.

Im Beitrag zu SDG 15 in der Broschüre ‚Indigene WEGE: Wandel-Erfahrungs-Geschichten indigener Gemeinschaften zu den SDG‚ wird beschreiben, wie die Landwechselwirtschaft der Karen zum Erhalt des Ökosystems sowie zum Klimaschutz beiträgt.

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Neues Material zu den 17 SDG mit Erzählungen und Modulen für die Grundschule

17 „Erzählungen aus der indigenen Welt“ bringen kleinen und großen Leser*innen Werte, Wissen und Lebensweisen indigener Völker aus 11 Ländern näher. Hier finden sich unter anderem Erzählungen von Kindern aus den indigenen Gemeinschaften der Yupiit in Alaska, der Karamojong in Uganda oder der Itelmenen auf Kamtschatka. Ebenso sind Fabeln der Karen in Thailand, der Sherpa in Nepal oder die Beschreibung von Bräuchen bei den Kichwa in Ecuador oder den Matsés in Peru enthalten. Die Erzählungen sind verbunden mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen und eine traditionelle – in vielen Gemeinschaften auch heute noch gebräuchliche – Form der Weitergabe von Wissen, kulturellen Werten und ‚Anleitungen‘ für ein gutes Leben von den Älteren an die Kinder.

Mit den Erzählungen möchte INFOE nicht nur Einblicke in die Kulturen indigener Gemeinschaften geben, sondern auch zur Erinnerung und Wiederentdeckung unserer eigenen Geschichten inspirieren und motivieren. Wir laden die Leser*innen ein, die in den Erzählungen enthaltenen Botschaften und Werte wie Achtsamkeit, Gerechtigkeit, Frieden, Respekt, Sparsamkeit, Toleranz und die Verbundenheit mit der Natur zu entdecken, sich davon berühren zu lassen und sie vielleicht weiter zu ‚spinnen‘.

Mit Modulen für den Grundschulunterricht regen wir zur Beschäftigung mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen und zur Verwendung der Erzählungen in der Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen im Schulgarten, Wald oder an außerschulischen Lernorten an. Die Anregungen konzentrieren sich auf Bildungseinheiten im Freien, da wir der Überzeugung sind, dass eine ganzheitliche Bildung an Lernorten im Freien besonders wirksam ist und sich die Erzählungen in einer natürlichen Umgebung leichter nachempfinden lassen.

In Kürze finden Sie die Erzählungen sowie weiteres Material auch auf unserer interaktiven SDG-Material-Seite bei www.infoe.de

Die Matsés erhalten ihre Geschichte, ihr medizinisches Wissen und ihr Territorium

Am 27. Januar 2022 fand die letzte Veranstaltung in der erfolgreichen und spannenden Ringvorlesung mit dem Titel „Caminos indígenas: Resistir, superar y crear en el transcurso del tiempo de un mundo globalizado“ statt, die INFOE gemeinsam mit der Abteilung für Altamerikanistik des Instituts für Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn organisierte. Daniel Manquid Jimenez Huanan, ein Vertreter der Matsés aus Peru und zurzeit Bürgermeister des Distriktes Municipalidad Distrital de Yaquerana, bewegte die Zuhörer*innen bei dieser abschließenden Veranstaltung mit seinem bereichernden Beitrag.

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