Erfahrungen und Antworten indigener Gemeinschaften auf Covid-19

Überall auf der Welt hat die Covid-19-Pandemie derzeit einen großen Einfluss auf unser Leben. Die konkreten Auswirkungen und Reaktionen darauf sind jedoch sehr unterschiedlich, z. B. je nachdem, wo wir leben, wie gut unser Gesundheitssystem funktioniert und auf welche sozialen und wirtschaftlichen Sicherheitsnetze wir zurückgreifen können.

INFOE gemeinsam mit dem Institut für Ethnologie und dem Global South Studies Center der Universität zu Köln

laden ein zur Online-Diskussionsrunde

Erfahrungen und Antworten indigener Gemeinschaften auf Covid-19

am 8.6.2021 von 15:00 bis 17:00Uhr

Wir bringen drei indigene Vertreter*innen aus Indonesien, Uganda und Kanada zusammen, um mit ihnen darüber zu diskutieren, wie indigene Gemeinschaften die Pandemie derzeit erleben und wie sie sich eine widerstandsfähige Erholung vorstellen.

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Kulturell diverse Botschaften zu Bildung für nachhaltige Entwicklung in Zeiten der Pandemie

Im Rahmen der „BNE-Wochen“ der Deutschen UNESCO-Kommission und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, welche vom 1. bis zum 31. Mai 2021 stattfinden, luden INFOE und die „Indigenous Peoples Major Group“ am 12. Mai zu dem Workshop Kulturell diverse Wege zur praktischen Umsetzung von BNE auch in Zeiten der Pandemie ein.

Die Redner*innen, welche allesamt im Bildungsbereich tätig sind, waren der Direktor des Sustainable Development Institute (SDI) des College of the Menominee Nation Chris Caldwell aus den USA, Eulalie Dulnuan, Assistenz-Dozentin an der Ifugao State University von den Philippinen, Birgitta Goldschmidt, Promotorin für Schulgarten und BNE aus Koblenz, Sarah Laustroer, pädagogische Mitarbeiterin beim Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (VNB), Isabel Queupil, Lehrerin an einer Grundschule in Chile und schließlich die Länderbeauftragte der Pestalozzi Children‘s Foundation namens Suraporn Suriyamonton aus Thailand.

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Zerstörung von Wald und mehr in der Region Chubut, Argentinien

In ihrer ‚Chronik einer vorhergesagten territorialen Verwüstung‘ beschreibt Juana Estela Antieco, eine Mapuche-Tehuelche Vertreterin, von den verheerenden Auswirkungen der Waldbrände in der Region Chubut auf das Leben der Mapuche-Tehuelche. Anfang des Jahres brannten über mehrere Monate hinweg mehr als 2000 Hektar Wald ab. Es wurden nicht nur die Häuser und Lebensgrundlagen von mindestens 500 Familien zerstört, sondern das Leben selbst wurde ausgelöscht.

Einst war das Gebiet ein autonomes Territorium, souverän und voller Leben. Die Menschen in dieser Region, Mapuche-Tehuelche und andere, schützen ihr Land, den Wald und die biologische Vielfalt. Sie leisten seit vielen Jahren Widerstand gegen die Aneignung ihrer Ländereien, gegen Ausbeutung und ökologische Zerstörung, u. a. durch Nadelbaummonokulturen und gegen eine Wiederaufnahme des Erzbergbaus. Dieser würde Umwelt und Wasserbestände in der Region vergiften.

Die Bevölkerung hat Vertreibungen und Verfolgungen erlebt und hat einige Schicksalsschläge erfahren. Die vorsätzlichen Brände von Tausenden von Hektar Wald, die viele Menschen ohne Haus und ohne irgendetwas zurückließen und Leben von Menschen und Tieren forderte, übertreffen jedoch alles Bisherige. Die Mapuche-Tehuelche Gemeinden sind mit dem Land und dem Wald in einer fürsorglichen, reziproken Beziehung verbunden. Mit dem Wald brennen auch ihre Seelen, Herzen und ihr Geist. Unterstützung für die materiellen Verluste erhalten die Gemeinden kaum und müssen sich aus Eigeninitiative helfen.

Die Situation in Chubut steht einmal mehr für die Priorisierung von wachstumsorientierter wirtschaftlicher Entwicklung zu Lasten der menschlichen Gesundheit und des Wohlbefindens, zu Lasten von sauberem Wasser und nährstoffreichen Böden und der biologischen Vielfalt. Dies verdeutlicht auch die Zielkonflikte zwischen dem nachhaltigen Entwicklungsziel (SDG) 8 und den Zielen SDG 3, SDG 6 und SDG 15. Eine wirklich nachhaltige Entwicklung muss alle SDGs umfassend in den Blick nehmen und von dem Wissen, den Erfahrungen und Bedürfnissen der ansässigen Bevölkerung ausgehen.

Lesen Sie hier den Originalbericht von Juana Estela Antieco (Antü co) Mapuche-Tehuelche in Spanisch oder Englisch.

Weitere Berichte zu den Flächenbränden in Argentinien sowie dem jüngsten Streit über den Erzbergbau finden Sie hier:

https://amerika21.de/2021/03/248969/braende-chubut

https://amerika21.de/2021/02/247782/argentinien-proteste-erzbergbau-chubut