Rückblick zum Web-Seminar: Peru – Indigene Völker in Zeiten von Covid-19

Das Web-Seminar fand am 28.5.2020 als Kooperationsveranstaltung des Klima-Bündnis, INFOE,  Informationsstelle Peru mit indigenen Partner*innen aus Peru statt

„Die Diskussionsteilnehmer*innen stellten die insgesamt schwierige Situation für die Indigenen dar, die indigene Völker in ganz Amazonien und nicht nur Peru betrifft. In der gesamten Region sind viele Menschen krank, es gibt wenig staatliche Unterstützung und kaum medizinische Versorgung in den indigenen Gemeinden. In den Städten wie Lima, aber auch in den besonders vom Virus betroffenen Städten Iquitos und Pucallpa/Yarinacocha in Amazonien, sind Indigene gestrandet, die wegen des Ausnahmezustands nicht in ihre Gemeinden zurückkehren können. Der ungleiche Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen schließt indigene Gemeinschaften aus, was zur Folge hat, dass die indigene Bevölkerung unverhältnismäßig stark von dem Virus betroffen ist. Als solche offenbart die Pandemie weitere soziale, wirtschaftliche und politische Ungleichheiten, während die Erschöpfung der Ressourcen, wie z.B. die Abholzung der Wälder, ohne Anzeichen einer Verlangsamung weitergeht.

Diese Krise wirft ein grelles Licht auf die Korruption, die auf allen Regierungsebenen in diesem Land existiert. Es ist eine Schande, dass die Menschen, die uns beschützen sollten, die Situation zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Es zeigt, dass die zentrale Regierung nicht am Leben der Indigenen interessiert ist.” Jhenny Muñoz Hilares, Vertreter der Asháninka.

Aber es gibt auch einige positive Entwicklungen: Solidarität und Partnerschaften sind der Schlüssel im Kampf gegen das Virus. Es wird einmal mehr deutlich, dass die lokale Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten von großer Bedeutung ist, die zum Beispiel in der Asháninka-Gemeinde durch die Unterstützung der Stadt München gestärkt wurde. Die Klima-Partnerschaft der Stadt Köln mit Yarinacocha versucht ebenfalls, Hilfe zu organisieren. Darüber hinaus zeigen das traditionelle Wissen und die Verwendung von Heilpflanzen, wie Matico, erste Erfolge im Kampf gegen das Virus. Diese Art der Virusbekämpfung ist insbesondere für die Erkrankten ohne Zugang zu ärztlicher Versorgung von größter Bedeutung.“  Diese und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Klima-Bündnis.

Es gibt auch gemeinnützige, von indigenen RepräsentantInnen selbst gegründete und offiziell eingetragene Organisationen, wie AAIDA und Futuro Amazónico (FAMA) aus Loreto, die Spenden sammeln, um Hilfe an betroffene indigene Gemeinschaften weiterzuleiten. Informationen und einen Aufruf von Futuro Amazónico finden Sie hier im spanischen Original.

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Foto ©Daniel Manquiol Jiménez Huanán : Gestrandete Indigene in Iquitos

Weitere Informationen sowie Details zu den Spendenmöglichkeiten bei INFOE e.V. erhalten Sie von: elke@infoe.de

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