SDG 12: „Mehr tun mit weniger“

Der Wald der Menominee und ihr Modell von nachhaltiger Entwicklung

von Jasmine Neosh, Studentin am College of Menominee Nation

Vor langer Zeit und über viele Jahrhunderte hinweg, haben die Menschen, die heute als die Menominee bekannt sind, ein Heimatland von 10 Millionen Acres bewohnt, das den Nordosten von Wisconsin und die obere Halbinsel von Michigan umfasst. Seitdem ist die riesige Heimat der Menominee auf 235.000 Acres (etwa 95.000 Hektar) geschrumpft, von denen 93% dicht bewaldet sind. Der Menominee-Wald ist so reich an Pflanzen, dass seine Grenzen auf Satellitenbildern leicht erkennbar sind, dennoch hat die Ernte der Waldprodukte und ihre Verarbeitung in der Stammesmühle das wirtschaftliche Leben des Stammes seit dem Kontakt gestützt.

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Menominee Photo von American Forests Magazine, 2012

Wie haben die Menominee das Gleichgewicht zwischen den vielen anspruchsvollen Facetten der modernen Wirtschaft gefunden und gleichzeitig die Vitalität und das Wohlbefinden des Waldökosystems bewahrt? Die Antwort darauf liegt in der reichen Hintergrundgeschichte der Menominee und ihrem Kampf für Souveränität, für den Erhalt ihrer Kultur und für ökologische Nachhaltigkeit. Diese Hintergrundgeschichte wurde in ein Modell für nachhaltige Entwicklung übersetzt, das Planer*innen dabei helfen kann, ihre eigenen Produkte durch einen ganzheitlichen, multidisziplinären und dynamischen Prozess neu zu überdenken, der aus einer einzigartigen indigenen Erfahrung hervorgeht. Dieses Modell kann als Wegweiser für die Herangehensweise an das nachhaltige Entwicklungsziel SDG12 dienen, bei dem es um einen ethischeren Ressourcenverbrauch geht, indem „mit weniger mehr erreicht wird“.

(Übersetzung Sabine Schielmann) Lesen Sie hier den englischen Originalbeitrag.

SDG 5: Eine progressive Frauen-Gruppe für Geschlechtergerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung in Nepal

Pasang Dolma Sherpa, Executive Director of Center for Indigenous Peoples‘ Research (CIPRED) (Übersetzung Sabine Schielmann)

Die progressive Frauengruppe „Pragati Nari Samuha“, angeführt von alleinstehenden Frauen im Dorf Khasure, im Distrikt Lamjung  der Provinz Gandaki in Nepal, ist ein einzigartiges Beispiel dafür, wie einheimische alleinstehende Frauen auf lokaler Ebene zur globalen Agenda der Gleichstellung von Frauen und Männern und nachhaltiger Entwicklung beitragen.

In unserer patriarchalischen Gesellschaft stehen Frauen häufig an zweiter Stelle sowohl zu Hause als auch auf Gemeindeebene, wenn Entscheidungen getroffen werden. Der Trend, dass Eltern einer Tochter den Schwiegersohn auswählen, ist in Nepal weit verbreitet. In Nepal gibt es viele Sprichwörter, die Frauen davon abhalten, zu sprechen oder eine aktive Rolle zu spielen. Je mehr Frauen auf ihren Ehemann und ihre Schwiegereltern hören, umso bescheidenere und idealere Frauen werden sie. Dies ist, was die meisten Familien in Nepal erwarten. Die Situation von alleinstehenden Frauen ist noch schlimmer. Sie werden von der Gesellschaft anders gesehen, als hilflose Menschen. Die Menschen denken, dass indigene Familien in Nepal matriarchalisch sind, aber in Wirklichkeit sind indigene Frauen nicht frei vom Mainstream der patriarchalischen Gesellschaft. Dies ist einer der Gründe, warum Frauen, obwohl es mehr Frauen als Männer in Nepal gibt, in allen Bereichen immer noch weit hinterherhinken. Nur wenige Frauen haben das Glück, aus ihrem zu Hause herauszukommen, um die Welt zu erkunden und ihre Stimme leben zu lassen.

Die alleinstehenden Frauen des Dorfes Khasure im Bezirk Lamjung in der Provinz Gandaki in Nepal haben ähnliche Geschichten. Bevor sie 2008 die Möglichkeit bekamen, an einem Frauen-Führungstraining teilzunehmen, gefolgt von Haushalts- und Kochschulungen in den Jahren 2009 und 2010, konnten sie kaum vor ihren Dorfältesten oder mit Außenstehenden sprechen. Nach dem Training bauten sie langsam ihr Selbstvertrauen auf, um Nepal Frauenuntereinander und mit ihren Familien über ihre Anliegen zu sprechen.

 

Foto: Jivraj Ghale

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SDG 10: Verringerung von Ungleichheiten bei den Dayak in Westkalimantan

Erfahrungen der Dayak durch lokale wirtschaftliche Stärkung im Ketapang-Distrikt in Westkalimantan

In den frühen neunziger Jahren haben das Dayakologi Institut und Pancur Kasih Empowerment Movement (GPPK) damit begonnen, die Praxis der nachhaltigen Entwicklung durch die Einführung eines lokalen wissensbasierten ganzheitlichen Empowerment-Konzepts zu fördern. Dabei ging es um eine ganzheitliche Stärkung der indigenen Dayak im Landesinneren des Distrikts Ketapang, Provinz West-Kalimantan in Indonesien. Die Dayak haben nur begrenzten Zugang zu Entwicklung, d.h. sie haben kaum Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheitswesen, Elektrizität, Transport und finanziellen Institutionen und auch nicht zu natürlichen Ressourcen, die für ihren Lebensunterhalt fundamental sind.

Unternehmen, die Genehmigungen für die Nutzung von Wäldern, für Industrieplantagen und große monokulturelle Plantagen erhalten hatten, sind seit Anfang der 1970er Jahren auf dem Gebiet der Dayak im Distrikt Ketapang tätig. Im Namen von Entwicklung haben diese Unternehmen das Land, den Wald und die Lebensgrundlagen der Dayak ausgebeutet und die Profite nach außen abgeführt. Die massive Ausbeutung führte nicht zu Wohlstand, sondern zu Ungerechtigkeit und Armut für die indigenen Dayak sowie zu ökologischer Zerstörung und der Degradierung ihrer Traditionen, Gebräuche und Kultur. Im Distrikt Ketapang liegt die – im Vergleich zu 9 anderen Distrikten – größte Palmölplantage in West Kalimantan mit einer Fläche von 1,1 Millionen Hektar, wie die Daten des Plantagenamtes von West Kalimantan (2009) zeigen.

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