Die Wasserkraft, der Klimawandel und Indigene

von GegenStrömung (INFOE e. V.)

Wasserkraft genießt ein grünes Image. Die Technologie gilt als regenerative Energie und emissionsarm. So wird sie derzeit als geeignete Möglichkeit beworben, um den Klimawandel zu bekämpfen und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Investitionen in Wasserkraftanlagen werden von Fonds als „grüne Geldanlagen“ beworben, die Wasserkraftindustrie bemüht sich darum, Mittel aus Klimafinanzierungsmechanismen zu bekommen.

Doch das grüne Image der Wasserkraft bröckelt: Die negativen Folgen von Staudämmen werden zunehmend bekannt. Millionen von Menschen mussten bereits für Staudämme umgesiedelt werden, wichtige Fluss- und andere Ökosysteme wurden zerstört. Insbesondere Indigene, deren Lebengrundlagen stark von Ökosystemen abhängen, sind überproportional oft von den Folgen von Wasserkraftwerken betroffen. Neue Staudämme werden häufig in entlegenen Gebieten gebaut, die oft von Indigenen besiedelt sind. So sind Indigene häufig direkt durch den Bau von Staudämmen betroffen.

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Wichtiger Fortschritt für indigene Völker bei der COP25 in Madrid

Die 25. Vertragsstaatenkonferenz (COP) der UN Klimarahmenkonvention (UNFCCC), deren Ausrichtungsort in der letzten Minute von Santiago de Chile nach Madrid verlegt wurde, erfüllte die Erwartungen vieler der mehr als 25.000 Delegierten hinsichtlich der Einhaltung des Pariser Klimaabkommens nicht.

Pasang Dolma Sherpa, Vertreterin für Asien in der Fazilitativen  Arbeitsgruppe (Facilitative Working Group – FWG) der Plattform für ‚Lokale Gemeinschaften und Indigene Völker‘ (LCIP), wertet die Verabschiedung des Arbeitsplans der LCIP jedoch als einen wichtigen Fortschritt für die Anerkennung indigener Völker, ihrer kulturellen Praktiken und ihres Wissens für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Indigene Vertreter*innen haben über Jahrzehnte hinweg für eine vermehrte Beteiligung an den Verhandlungen und die Respektierung ihrer Rechte und ihres Wissens gekämpft. Die Einrichtung der LCIP Plattform und nun die Verabschiedung des Arbeitsplans stellen daher historische Meilensteine dar, die den Weg bahnen für eine effektive Zusammenarbeit und die umfassende Anerkennung der Fähigkeiten, des Wissens und der Rechte sowie der kulturellen Resilienz indigener Völker im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Lesen Sie hier den Originalbericht von Pasang Dolma Sherpa

Weitere Informationen https://enb.iisd.org/climate/cop25/enb/

‚Asir Cep Nomi‘ – von nachhaltigem Lachsfang und indigenen Rechten der Ainu auf Hokkaido, Japan

von Jan Berf

Die Ressourcen der Meere sowie Küstenregionen bilden die Lebensgrundlage von rund drei Milliarden Menschen weltweit. Aus diesem Grund stellen der Erhalt der Meere, Flüsse und Seen sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit deren Ressourcen einen fundamentalen Teil nachhaltiger Entwicklung dar. Jedoch werden Meere und Küstenregionen unter Anderem von zunehmender Eutrophierung sowie durch Überfischung bedroht (UN 2019). Auch Deutschland trägt zu diesen Negativentwicklungen bei, da es weltweit einen der bedeutendsten Märkte für Fisch darstellt (Maier 2019).Sustainable Development Goals_icons-14

Dieser Beitrag fokussiert die japanische Insel Hokkaido sowie die dort beheim ateten Ainu. Dabei wird untersucht, inwiefern das indigene Wissen der Ainu zu nachhaltigem Lachsfang sowie Ressourcenmanagement und somit zum Erreichen von SDG 14 beitragen kann.

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“Fünan Poñi” – eine traditionelle Zubereitungsart von Kartoffeln bei den Mapuche in Chile

von Pedro Coña Caniullan (Text und Foto)

Die Mapuche in Chile und Argentinien haben, wie alle indigenen Völker in Südamerika, ihr eigenes Weltbild. Ein Teil der Natur zu sein, ist sowohl für ihre Kultur als auch für die Kontrolle über ihr Wissen von zentraler Bedeutung. Dieses ist im Verschwinden begriffen aufgrund des Drucks zur kulturellen Homogenisierung und Modernisierung, der zum Beispiel durch die internationalen Handelssysteme erhöht wird, die sich auf die Lebensstile und kulturellen Praktiken vieler Gruppen, wie auch der indigenen Völker auswirken (Agrawal 1995).

Nach einer Phase der starken Migration in die Großstädte im Laufe des 20. Jahrhunderts (Altieri und Rojas 1999) bemühen sich die Mapuche-Gemeinschaften derzeit darum, Wege zu finden, sich selbst zu organisieren und ihre eigenen Methoden zur Herstellung und zum Verzehr ihrer traditionellen Lebensmittel gemäß ihre Kultur zu bewahren. ruloDie Kartoffel (Solanum Tuberosum) ist eine der wichtigsten traditionellen Pflanzen, die in den Gemeinden kultiviert und in vielen kulturellen Aktivitäten verwendet wird, was ihre Bedeutung in der Kultur der Mapuche verdeutlicht. Die Art und Weise, wie Kartoffeln produziert und konsumiert werden, hängt von den vor Ort verfügbaren Ressourcen ab, wie zum Beispiel der Bodenfruchtbarkeit, den Umweltbedingungen, dem Zugang zu Land und der biologischen Vielfalt. Traditionell wird die Kartoffel in den Hausgärten genannt „Huertas“ oder in angelegten Feldern angebaut, die der Erzeugung verschiedener Gemüsesorten für die Familie und die lokalen Märkte dienen.

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„Kulturelle Resilienz“

In Madrid findet zurzeit die 25. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention statt. Auch Vertreter*innen indigener Völker nehmen an den Verhandlungen teil, bei denen es u. a. auch um die ersten Schritte in der Umsetzung des Arbeitsplans der Plattform für ‚Lokale Gemeinschaften und Indigene Völker‘ (LCIP) geht. Die LCIP Plattform wurde eingerichtet, um das Wissen, die Praktiken und Bemühungen lokaler Gemeinschaften und  indigener Völker im Zusammenhang mit der Bekämpfung und Anpassung an den Klimawandel zu stärken. Sie soll außerdem den Austausch von Erfahrungen und die Einbeziehung lokaler Gemeinschaften und indigener Völker im UNFCCC-Prozess fördern.

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