Traditionelles und innovatives Wissen und Praktiken der Karen (Pgaz K’ Nyau) für nachhaltige Entwicklung

In Thailand leben etwa 1 Million Angehöriger indigener Völker. Die Karen bilden davon die Hälfte und stellen die größte indigene Gemeinschaft in Thailand dar. Sie leben hauptsächlich in der nördlichen und westlichen Region von Thailand, wo sie seit mehr als drei Jahrhunderten ansässig sind. Ihre Heimat ist das Quellgebiet mehrerer bedeutender Flüsse, die aus den Hügeln und Bergen entspringen und die Landschaft prägen. Ihr Weltbild, ihre Kultur, ihre Sprache und ihr Lebensunterhalt sind sehr eng mit ihrem Land, ihrer Flora und Fauna und der gesamten Umwelt verbunden. Dies ist Teil ihrer traditionellen symbiotischen Beziehung zur Natur. So wird für die Karen der Wald um die Felder und Dörfer herum durch eine Reihe von Gebräuchen, Verboten und Ritualen verwaltet, einschließlich heiliger Wälder und traditioneller Begräbnisstätten.

Die Gemeinde Hin Lad Nai liegt in einem biodiversitätsreichen hügeligen DSCN1868Waldökosystem im Norden Thailands. Zwischen den 1970er und 1980er Jahren wurden von der thailändischen Regierung Massenabholzungskonzessionen in den umliegenden Wäldern vergeben, die zu verheerenden Kahlschlägen führten und die Flüsse zu Rinnsalen verkümmern ließen. Seit die Abholzungskonzession im Jahr 1989 gekündigt worden war, hat die Gemeinde bis heute 80% der abgeholzten Fläche wiederhergestellt.

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SDG 16 und „Dap-ay“: eine indigene Institution für friedliche Gesellschaften und gute Regierungsführung

Text: Joan Carling, Focal Person/Convenor Indigenous Peoples Major Group for Sustainable Development (Übersetzung: Sabine Schielmann)

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„ZIEL 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen“ (UN Agenda 2030)

Friedliche und integrative Gesellschaften werden geleitet von universellen Werten und wirksamen Regierungsführungen, die auf Vertrauen und Respekt vor der Vielfalt beruhen. Dies wird durch die Praxis von DAP-AY auf den Philippinen veranschaulicht, einer indigenen Institution, die das Gemeinwohl wahrt.

Die Kankanaeys, eine ethnolinguistische Gruppe der Igorot (d.h. der Völker der Berge) aus Sagada, einer ruhigen Stadt in der Mountain Province in der Region Cordillera auf den Philippinen, praktizieren das Dap-ay-System. Es ist eine indigene Institution, die von traditionellen Ältesten regiert wird und durch eine physische Struktur repräsentiert ist, die auch Dap-ay genannt wird. Letztere besteht aus Steinplatten, die in einem Kreis mit northern sagadaeinem Lagerfeuer in der Mitte geformt sind. An seiner Seite befindet sich eine kleine Struktur, die den Jungen und Ältesten als Schlafplatz dient. Das Dap-Ay ist ein wichtiges Wahrzeichen und Zentrum eines jeden Dorfes. Es ist die traditionelle Schule für Jungen. Für den Ältestenrat ist es ein Treffpunkt für das Regieren und auch der Ort wichtiger Rituale und Zeremonien.

Foto: Nördliches Sagada ©Mary Carling

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